Menü illustration blumen zupfen

Co-abhängig.de

Verstrickungen werden im Rausch von Hoffnung und Enttäuschung geboren.

Testen Sie sich

Überprüfen Sie Ihre konkrete Betroffenheit. Nach meinen Erfahrungen verstricken Sie sich mehr oder weniger, sobald Sie in einem nahen Kontakt zu einem Suchtkranken stehen und versuchen, ihm zu helfen. Es ist eine zwangsläufige Dynamik im näheren Kontakt zu einem Suchtkranken. Entscheidend ist daher nicht, dass Sie verbissen versuchen, jegliche Verstrickung zu vermeiden. Vielmehr geht es darum, sich der eigenen Neigung und der eigenen diesbezüglichen Stärken und Schwächen zu vergegenwärtigen und sich konkrete, befreiende Maßnahmen zu überlegen und in die Tat umzusetzen.

Im Folgenden können Sie Ihre Mit-Betroffenheit in drei Schritten überprüfen.

1. Wie belastet sind Sie durch die Situation mit dem Suchtkranken? Teil I der CAV fragt Ihre Belastungen und Probleme ab, die durch das Zusammenleben mit einem Suchtkranken, typischerweise entstehen können. Des Weiteren können Sie messen, wie sehr Sie durch die Situation, die Eskapaden und Ausfälle des Suchtkranken und die Reaktionen des Umfeldes gestresst sind.

2. Wie verstrickt sind Sie im Kontakt zum Suchtkranken? Teil II testet typische abhängigkeitsspezifische Probleme und Auffälligkeiten und soll Ihnen helfen, das Ausmaß und die Schwere Ihrer Verstrickungen einzuschätzen.

3. Wie beeinträchtigt sind Sie psychosozial? Die Aussagen von Teil III spiegeln die typischen psychischen und sozialen Beschwerden und Beeinträchtigungen wieder, die durch das Zusammenleben mit einem Suchtkranken ausgelöst werden können und mit Verstrickungen einhergehen.

Die Checkliste co-abhängige Verstrickungen (CAV) liefert Ihnen keine Wahrheiten. Die Antworten sind in Hinblick auf Ihren individuellen Hintergrund zu interpretieren. Je nachdem, wie Sie betroffen sind, kann ein und dieselbe Antwort völlig unterschiedlich bewertet werden. Außerdem erhalten Sie ausschließlich Hinweise auf Ihre möglichen Verstrickungen in der Beziehung zu einem ausgewählten Suchtkranken. Als professioneller Helfer können Sie die Listen neben der Selbstanwendung in Bezug auf einen suchtkranken Klienten selbstverständlich auch zur diagnostischen Einschätzung von Angehörigen nutzen.

Co-Abhängigkeit ist durch eine hohe Abwehr gekennzeichnet. Gerade stark Betroffene bagatellisieren oder verleugnen nicht selten ihre Problematik. Ängstliche oder hoch sensible Charaktere dahingegen neigen dazu, eigene Zustände und Probleme zu dramatisieren. Falls Sie die Checkliste ausfüllen, tun Sie es bitte mit einer gehörigen Portion Nüchternheit und Ehrlichkeit.

=> Checkliste co-abhängige Verstrickung (CAV) abrufen.

Falls Sie ein möglichst realistisches Ergebnis erhalten wollen, schauen Sie sich bitte die Auswertung erst nach dem Ankreuzen der Checkliste an. Falls Sie alle Aussagen mit "0" oder wenige mit "1" angekreuzt haben gibt es für Sie keinen Grund zur Sorge. Sie haben Ihre Situation im Griff und erfahren Unterstützung durch andere. Je mehr Aussagen Sie mit "1" und "2" beantwortet haben, desto problematischer sind Sie betroffen.

Falls Sie in Teil I einige Aussagen mit "1" und wenige Merkmale mit "2" angekreuzt haben, fühlen Sie sich durch die Situation belastet. Sie stehen in dem typischen Dilemma, dem Suchtkranken helfen zu wollen, aber eigentlich in Bezug auf das Geschehen hilflos zu sein. Sie sollten sich fragen, ob es für Sie nicht besser ist, mehr Abstand zum Suchtkranken einzunehmen. Ein offenes Gespräch mit einer vertrauten Person wird Ihnen weiter helfen. Sollten Sie sich als Suchthelfer verstrickt haben, wird Ihnen ein kollegiales Gespräch gut tun.

Haben Sie in Teil II alle Merkmale mit "0" oder die meisten Aussagen mit "0" und nur wenige mit "1" angekreuzt liegt vermutlich keine Co-Abhängigkeit vor.

Haben Sie in Teil I und Teil II einige oder viele Aussagen mit "1" und "2" angekreuzt? Dies ist als Hinweis zu verstehen, dass Sie sich weitergehend verstrickt haben. Sie sind sehr damit beschäftigt, dem Suchtkranken helfen zu wollen. Sie vernachlässigen sich selbst, ihre Bedürfnisse, Ziele und Interessen. Die angekreuzten Aussagen zeigen Ihnen auf, in welchen Bereichen und in welchem Ausmaß Sie die Kontrolle über Ihr eigenes Erleben und Verhalten und ihre persönliche Unabhängigkeit verloren haben. Sie sollten sich bei Familie oder Freunden Hilfe holen, um Abstand zu gewinnen und Ihre Unabhängigkeit wiederherzustellen. Gegebenenfalls lohnt sich auch der Gang in die Selbsthilfegruppe, zur Suchtberatung oder zum Psychotherapeuten ( » mehr zu Hilfeangeboten...)

Sie werden vermutlich auch in Teil III das eine oder andere Merkmal als zutreffend angekreuzt haben, falls Sie schon in den Teilen I und II hohe Antworten hatten. Diese Antworten verweisen auf zusätzliche emotionale Beeinträchtigungen, die Verstrickungen gewöhnlich begleiten, z.B. starke Schuldgefühle, Erschöpfung, übermäßige Freundlichkeit oder Mangel an Abgrenzungs- und Durchsetzungsvermögen. Typischerweise haben Sie hohe Ansprüche an sich, aber geringe an den Suchtkranken und andere Personen. Weitere psychische Beschwerden können mit Ihren Verstrickungen einhergehen, wie z.B. Ängste, Selbstwertprobleme, Depressionen oder eigene Suchtprobleme. Auch um Ihr inneres Gleichgewicht und Wohlbefinden wiederherzustellen, könnte Ihnen die Unterstützung vertrauter Menschen oder von Fachleuten helfen.

Was dahingegen bedeutet es, wenn Sie mehrere Merkmale von Teil III mit "2" angekreuzt haben, obwohl Sie in Teil II keine Auffälligkeiten hatten? In diesem Fall liegt keine Co-Abhängigkeit vor, doch ist das Ergebnis als Hinweis zu deuten, dass Sie übermäßig unter der Situation mit dem Suchtkranken leiden. Auch in diesem Fall geht es für Sie darum, Ihr Wohlbefinden und Ihre psychische Gesundheit wiederherzustellen. Holen Sie sich Unterstützung bei Familie und Freunden. Überlegen Sie, ob sich gegebenenfalls der Gang zum ambulanten Psychotherapeuten für Sie lohnt.

Hinweis: Diese Seite basiert auf dem dritten Kapitel aus meinem Ratgeber Ich will mein Leben zurück!.