Herzlich willkommen

Sie interessieren sich für die Angehörigenproblematik der Sucht? Vielleicht weil Sie selber - als Partner, Eltern, Kind, Geschwister, Freund - betroffen sind, weil Sie suchtkrank waren oder weil Sie als Suchthelfer arbeiten? Diese Website ist angehörigenzentriert und solidarisiert sich parteiisch mit den Angehörigen und Kindern von Suchtkranken.

Gibt es Co-Abhängigkeit? Es wird behauptet, dass der Begriff Angehörige als krank stigmatisiere und er deshalb nicht mehr genutzt werden solle. Der meines Erachtens Pseudo-Diskurs lenkt davon ab, dass sich die Suchthilfe, -politik und -forschung in der Angehörigenproblematik bis heute zu wenig engagieren. Für mich ist der Begriff Co-Abhängigkeit eine Überschrift, die einer vielschichten und facettenreichen psychosozialen und auch gesellschaftlichen Problematik einen Namen gibt. Einen Besseren haben wir aktuell nicht.

Angehörige haben es schwer und sie leiden genauso unter den Folgen und Begleiterscheinungen der Sucht wie die Suchtkranken. Im Berufsalltag, auf Tagungen, in Fortbildungen oder Workshops mache ich die erfreuliche Erfahrung, dass viele KollegInnen das Defizit sehr wohl erkannt haben: "Eigentlich müssten wir viel mehr tun!". In der Hinwendung, Beachtung und Unterstützung von Angehörigen, davon bin ich überzeugt, liegt eine riesen Chance, uns zu verbessern und eine effektivere Suchthilfe zu entwickeln.

Ihr Jens Flassbeck

2018-06 | Neuerscheinung

Finnja Stauff hat aus ihrer eigenen Erfahrung ein Selbsthilfebuch für erwachsene Kinder von Alkoholikern veröffentlich: Durch Bewusstsein zur Selbstliebe. Bei mir hat das Werk zwiespältige Gefühle hinterlassen. Einerseits ist das Buch inhaltlich klug geschrieben und birgt differenzierte Innenansichten, welche den Betroffenen einen fokussierenden Spiegel ihrer vielschichtigen leidvollen und selbsterzeugten Problematik vorhält. Andererseits ist das Buch in einem simplizierenden Duktus des Heilsversprechens verfasst: "Du musst nur deine Gefühle zulassen, dann wird alles gut!". Das ist mir zu schön, um wahr zu sein. - Aber bitte, bilden Sie sich selber ein Urteil!

2018-05 | Statistik

Aufgrund der im Mai 2018 in Kraft tretenden DSGVO habe ich den Besucherzähler (AWstats) dieser Website abschalten lassen. Vorher hat mir mein Seitenprovider noch die statistischen Daten zu gesendet. Im Durchschnitt besuchen ungefähr 1800 Personen diese Seite im Monat. Das bedeutet ca. 60 Besucher am Tag und 20000 im Jahr. Es ist davon auszugehen, dass es überwiegend Betroffene sind sowie professionelle Helfer, die sich informieren wollen. Diese großen Zahlen meiner kleinen Seite freuen mich sehr und sie spiegeln den Bedarf nach Information, Aufklärung und Hilfe wieder.

2018-05 | Positionspapier

"Hinschauen, zuhören, helfen." Der Verbandsrat des paritätischen Gesamtverbands hat im April ein beachtliches und unterstützenswertes Positionspapier zur Versorgung von Kinder aus Suchtfamilien und zur Überwindung der versäulten Sozialrechtssysteme herausgebracht. Auf Nacoa.de ist ein lesenswerter Bericht, in dem die Kernthesen des Papiers zusammengefasst werden.
» Bericht
» Positionspapier

2018-04 | NACOA

Schattenkinder NACOA hat ein kurzes Video mit dem Titel "Schattenkinder" zur Problematik der Kinder aus Suchtfamilien veröffentlicht, auch um für sich zu werben und neue Mitglieder zu gewinnen. Das ist gut so. NACOA sollte viel größer werden, um mehr gesundheitspolitisches Gewicht zu bekommen und mehr Einfluss nehmen zu können.
» Video

2018-04 | Jubiläum

Die Diakonie von Altenkirchen und des Westerwaldkreises feierte unter dem Motto "Lebe jetzt!" 25 Jahre familienorientierte Suchtprävention. Der dortige Kollege Dirk Bernsdorff ist für mich ein Pionier und Vorreiter in der Angehörigensache. Faszinierend, was er über die Jahre für ein Netzwerk in der Region aufgebaut hat! Es war für mich eine Ehre, den inhaltlichen Impuls des Tages setzen zu dürfen. Mein Vortrag lautete: "Zur Bedeutung der Angehörigenarbeit - Ansichten eines Therapeuten". Das Wichtigste neben den Feierlichkeiten waren indes die vielen kleinen Pausengespräche mit in der Angehörigensache engagierten und qualifizierten Menschen und die Energien und Ideen, die vermutlich alle, so wie ich, mit nach Hause nahmen. So werden neue Projekte geboren.
» Thesenpapier

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