Willkommen

Sie interessieren sich für die Angehörigenproblematik der Sucht? Vielleicht weil Sie selber - als Partner, Eltern, Kind, Geschwister, Freund - betroffen sind, weil Sie suchtkrank waren oder weil Sie als Suchthelfer arbeiten? Diese Website ist angehörigenzentriert und solidarisiert sich parteiisch mit den Angehörigen und Kindern von Suchtkranken.

Gibt es Co-Abhängigkeit? Es wird behauptet, dass der Begriff Angehörige als krank stigmatisiere und er deshalb nicht mehr genutzt werden solle. Der meines Erachtens Pseudo-Diskurs lenkt davon ab, dass Suchthilfe, -politik und -forschung in der Angehörigenproblematik bis heute großen Entwicklungsbedarf haben. Für mich ist der Begriff Co-Abhängigkeit eine Überschrift, die einer vielschichten und facettenreichen psychischen, sozialen und auch gesellschaftlichen Problematik einen Namen gibt. Einen Besseren haben wir aktuell nicht.

Angehörige haben es schwer und sie leiden genauso unter den Folgen und Begleiterscheinungen der Sucht wie die Suchtkranken. Im Berufsalltag, auf Tagungen, in Fortbildungen oder Workshops mache ich die erfreuliche Erfahrung, dass viele KollegInnen das Defizit sehr wohl erkannt haben: "Eigentlich müssten wir viel mehr tun!". In der Hinwendung, Beachtung und Unterstützung von Angehörigen, davon bin ich überzeugt, liegt eine riesen Chance, uns zu verbessern und eine effektivere Suchthilfe zu entwickeln.

Ihr Jens Flassbeck

2019-01 | COA-Aktionswoche

Vom 11. bis 16. Februar findet die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt. COA steht zwar ursprünglich für Children of Alcoholics, doch die Woche berücksichtigt heute alle Kinder von suchtbelasteten Eltern.

Mein erster Beitrag zur Woche war ein Vortrag mit dem Titel "Angehörige beachten". Die Veranstaltung fand am Abend des 15.01. in der Selbsthilfe-Kontaktstelle von Minden-Lübbecke statt und war mit geschätzt 70 Interessenten, mehrheitlich Selbstbetroffene, sehr gut besucht. Die Veranstaltung führte mir mal wieder vor Augen, wie wichtig es ist, die Angehörigenproblematik öffentlich sichtbar und besprechbar zu machen und sich in der Sache einrichtungsübergreifen zu vernetzen. Ich bedanke mich bei Frau Krömker der Drogenberatung und Frau de Vink von der Selbsthilfe-Kontaktstelle für die Einladung.

Für die zweite Veranstaltung hat sich eine einrichtungs- und städteübergreifende Kooperation mit dem Kinderschutzbund Bielefeld, der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes Herford, der Angehörigenselbsthilfe von Gütersloh und Bad Salzuflen und dem Lichtwerk Filmtheater Bielefeld gefunden. Der preisgekrönte Film "Die beste aller Welten" wird am Dienstag den 12.02. um 19:00 Uhr im Lichtwerk aufgeführt. Der Regisseur Adrian Goiginger erzählt autobiografisch von seiner schwierigen Kindheit , wie er als Siebenjähriger in der Drogenszene Salzburgs aufwächst. Sie können Plätze online oder telefonisch reservieren (» reservieren).

2018-12 | Ratgeber

Es ist für einen Autor wie ein Weihnachtsgeschenk. Die dritte Auflage des Ratgebers "Ich will mein Leben zurück!" erscheint in Kürze. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten arbeite ich mit Angehörigen und seit vier Jahren ist es ein Arbeitsschwerpunkt. Deshalb habe ich mir den Ratgeber gründlich und kritisch vorgenommen. Viel zu verändern, habe ich allerdings nicht gefunden, mit einer Ausnahme, es gibt nun einen neuen Abschnitt "Sich mit der Trauer anfreunden". Dieser handelt von der Bedeutung, das Gefühl der Trauer und die erfahrenen Verletzungen akzeptierend wahrzunehmen und Strategien zu entwickeln, Trost anzunehmen und - vor allem - sich selbst zu trösten. Alle, die eine ältere Auflage haben, können den Text als PDF herunterladen.

2018-12 | Weiße Weihnacht

Als Psychotherapeut ist die Zeit um Weihnachten stets schwierig. Bei KlientInnen, die aus kaputten Elternhäuser kommen, z.B. weil die Eltern tranken, kommen die Erinnerungen an eine unglückliche Vergangenheit hoch. Und für KlientInnen, die mitten drin stecken, weil eine nahestehende Person suchtkrank ist, ist die Zeit emotional vergiftet, weil sie damit konfrontiert sind, wie schön die Festtage sein könnten, wenn die Sucht nicht wäre. - Die Aktion Weiße Weihnacht bedeutet, über die Festtage in Solidarität mit den Kindern aus Suchtfamilien auf den Gebrauch berauschender Mittel zu verzichten. Die Teilnahme ist mir ein Bedürfnis, mich der Maßlosigkeit des Konsums zu verweigern, und eine Hoffnung, dass wir Erfüllung in der liebevollen Begegnung und im gemeinsamen Weinen und Lachen finden. Weniger ist mehr, in diesem Sinne eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit!

2018-09 | Praxiseröffnung

In eigener Sache: Co-abhängig.de und die Angehörigensache sind derzeit eher hintangestellt, weil ich im Sommer in die freiberufliche Praxistätigkeit gestartet bin. Kurzfristig ist dies mit viel Aufwand verbunden. Langfristig verspreche ich mir deutlich mehr Spielräume, mich in der Angehörigenthematik zu engagieren. Die psychotherapeutische Arbeit mit Angehörigen wird mein Praxisschwerpunkt sein und ich freue mich, dass ich schon neue Kooperationspartner in der Sache gefunden habe und einige Betroffene in die Therapie aufnehmen konnte. Vor allem ist mir aufgefallen, dass in den letzten Jahren ein Wandel stattgefunden hat und die Sucht- und Drogenberatungen das Angehörigenthema viel stärker präsent haben und in ihre Angebotsstrukturen einarbeiten. Das ist gut so.

2018-06 | Neuerscheinung

Finnja Stauff hat aus ihrer eigenen Erfahrung ein Selbsthilfebuch für erwachsene Kinder von Alkoholikern veröffentlich: Durch Bewusstsein zur Selbstliebe. Bei mir hat das Werk zwiespältige Gefühle hinterlassen. Einerseits ist das Buch inhaltlich klug geschrieben und birgt differenzierte Innenansichten, welche den Betroffenen einen fokussierenden Spiegel ihrer vielschichtigen leidvollen und selbsterzeugten Problematik vorhält. Andererseits ist das Buch in einem simplizierenden Duktus des Heilsversprechens verfasst: "Du musst nur deine Gefühle zulassen, dann wird alles gut!". Das ist mir zu schön, um wahr zu sein. - Aber bitte, bilden Sie sich selbst ein Urteil!

2018-05 | Statistik

Aufgrund der im Mai 2018 in Kraft tretenden DSGVO habe ich den Besucherzähler (AWstats) dieser Website abschalten lassen. Vorher hat mir mein Seitenprovider noch die statistischen Daten übermittelt. Demnach besuchen im Durchschnitt ungefähr 1800 Personen diese Seite pro Monat. Dies bedeutet ca. 60 Besucher am Tag und 20000 im Jahr. Es ist davon auszugehen, dass es überwiegend Betroffene sind sowie professionelle Helfer, die sich informieren wollen. Diese großen Zahlen meiner kleinen Seite freuen mich sehr und sie spiegeln den Bedarf nach Information, Aufklärung und Hilfe wieder.

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