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Methoden

Im Bereich Prävention für Kinder aus Suchtfamilien sind in den letzten Jahren erfreulich viele neue Methoden entwickelt worden. Es sind so viele, dass hier nicht alle berücksichtigt werden können. Projekte wie "Trampolin" oder "FitKids" bieten Fortbildungen an und sind dabei, sich bundesweit zu verbreiten. Fundierte Selbsthilfe-, Beratungs- und Therapie-Konzepte für erwachsene Betroffene sind dahingegen rar. Wie auch sonst auf CO-ABHAENGIG.de sind die vorgestellten Konzepte nach dem Kriterium ausgewählt, ob sie angehörigenzentriert sind. Die Methoden werden hier nicht im Detail vorgestellt. Für eine weiterführende Beschäftigung finden Sie Verlinkungen oder Literaturhinweise.

Methodenhandbuch für PraktikerInnen von Oswald & Meeß

Ein Arbeitsbuch für PraktikerInnen, die mit suchtbelasteten Familien arbeiten. Es werden Maßnahmen der selektiven Prävention und der therapeutischen Intervention vorgestellt, die sich für Einzel-, Gruppen- und Familiensettings eignen.

Oswald, C. & Meeß, J. (2018). Methodenhandbuch Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien. Freiburg i.B.: Lambertus.

Fluffi-Klub von NACOA

Ein Projekt zur Stärkung von Resilienz und zur Förderung von Gesundheit und Empowerment bei Vorschulkindern. Es wird von der Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien NACOA e.V. Deutschland durchgeführt.

Website

Trampolin nach Klein et al.

Ein modulares, resilienzorientiertes Gruppenprogramm für 8- bis 12-jährige Kinder aus Suchtfamilien, in dem auch die Eltern einbezogen werden. Das Programm wurde an 27 Standorten in Deutschland erprobt und wissenschaftlich evaluiert.

Klein, M., Moesgen, D., Bröning, S. & Thomasius, R. (2013). Kinder aus Suchtfamilien stärken. Das "Trampolin"-Programm. Göttingen: Hogrefe.
» www.projekt-trampolin.de

Drachenherz Marburg

Aus dem Leitbild des Blaukreuz-Zentrums Marburg: "Unser Beratungsansatz versteht sich als eine professionell helfende Begleitung unter Zuhilfenahme von beraterischen und psychotherapeutischen Methoden und Interventionen insbesondere der personzentrierten Spiel- und Gesprächstherapie und hat einen nachsorgenden und längerfristigen Charakter." Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche aus Suchtfamilien zwischen drei und 18 Jahren. Eltern und Bezugspersonen werden in die Maßnahme einbezogen.

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GrOße Freiheit in Gescher

Ein kreatives Theater- und Präventionsprojekt des Vereins GrOsse Freiheit Gescher e.V. Das Ziel ist: "Kinder, Jugendliche & junge Erwachsene, die in suchtmittelbelasteten Familien aufwachsen und sich zu Hause und/oder in der Schule durchschlagen müssen, stark zu machen."

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Faba Naturprojekt - Familien in Balance

Ein Naturprojekt als soziales Gruppenprogramm für 8- bis 11-jährige Mädchen und Jungen aus Familien mit Sucht- und/oder psychischer Erkrankung durch den Deutschen Kinderschutzbund, Kreisverband Gütersloh e.V.

Deutscher Kinderschutzbund e.V. (2013). Faba - Familien in Balance. VomOrt der 100.000 Apfelbäume. Abschlussbericht der in 2013 durchgeführten Projektevaluation. Gütersloh.
» Website

Anstiftung gegen Sucht und Selbstzerstörung nach Schiffer

Der Autor zeigt auf, wie die Förderung von Kreativität und Eigensinn gegen Abhängigkeit schützt. Auch wenn es nicht die Intention Schiffers war, zeigt er anhand der literarisches Figur des Huckleberry Finn implizit auch auf, wie Kinder aus Suchtfamilien präventiv vor einer co-abhängigen Entwicklung geschützt werden können.

Schiffer, E. (1999). Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde. Anstiftung gegen Sucht und Selbstzerstörung bei Kindern und Jugendlichen. Weinheim: Beltz.

FITKIDS, Information und Hilfe in Drogenfragen e.V. Wesel

Ein Programm für die praktische Arbeit mit suchtbetroffenen Familien, welches Sucht-, Gesundheits- und Jugendhilfe integriert. Das übergeordnete Ziel von Fitkids ist es, Kindern suchtkranker Eltern ein gesundes und altersentsprechendes Aufwachsen zu ermöglichen.

» www.fitkids-wesel.de

"Wenn Eltern zu viel trinken", herausgegeben von M. Zobel

In dem von Prof. Martin Zobel herausgegebenen Buch steht zwar keine detailierte Konzeption, doch das Buch bietet eine Fülle an anwendungsbezogenen Anregungen und Vorschlägen, wie mit allen Beteiligten einer Suchtfamilie präventiv und therapeutisch gearbeitet werden kann. Es kommen unterschiedliche PraktikerInnen aus Prävention, Jugendhilfe und Suchthilfe zu Wort und auch die Fragestellung, wie die beteiligten Hilfesysteme in Bezug auf die komplexe Problematik von Suchtfamilien kooperieren können, wird konkret ausgestaltet.

Zobel, M. (Hrsg., 2008). Wenn Eltern zuviel trinken. Hilfen für Kinder und Jugendliche aus Suchtfamilien. Bonn: BALANCE.

AWOKADO nach Waltraut Barnowski-Geiser

Das AWOKADO-Hilfekonzept von Barnowski-Geiser ist ein siebenschrittiges, vornehmlich achtsamkeitsbasiertes Programm für erwachsene Kinder aus Suchtfamilien, welches die Autorin und Musiktherapeutin aus ihrer Forschung über die Problematik erwachsener Kinder aus Suchtfamilien und der musiktherapeutischen Therapiemethodik: "Hören, was niemand sieht", abgeleitet hat (s.u.).

Barnowski-Geiser, W. (2015). Vater, Mutter, Sucht. Wie erwachsene Kinder suchtkranker Eltern trotzdem ihr Glück finden können. Stuttgart: Klett-Cotta.
» Website Klangraum

"Ich will mein Leben zurück!" nach Jens Flassbeck

Mein Konzept eignet sich sowohl für die Selbstanwendung als auch als konzeptionelle und methodische Grundlage für Selbsthilfegruppen und die Beratung von Angehörigen. Es basiert auf verhaltenstherapeutischer und personenzentrierter Methodik (s.u.).

Flassbeck, J. (2014). Ich will mein Leben zurück! Selbsthilfe für Angehörige von Suchtkranken. Stuttgart: Klett-Cotta.

Helfen oder aufgeben? nach Ursula Lambrou

Die Autorin definiert Alkoholismus als Familienkrankheit. In dem Ratgeber zeigt sie differenziert Wege auf, wie Angehörige sich vom "Bannkreis und Sog der Sucht" abgrenzen und wieder für sich selbst Verantwortung übernehmen können. (HInweis: Das Buch wurden bedauerlicherweise nicht mehr vom Verlag neu aufgelegt und ist ausschließlich als Antiquariat zu ergattern.)

Lambrou, U. (1996). Helfen oder aufgeben. Ein Ratgeber für Angehörige von Alkoholikern. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

12-Schritte-Programm nach Pia Mellody

Die amerikanische Therapeutin Pia Mellody hat das 12-Schritte-Programm der Al-Anon mit einer besonderen Betonung der Erfahrung von emotionalem, physischem, intellektuellem, spirituellem und sexuellem Missbrauch aufbereitet.

Mellody, P. (1989). Wege aus der Co-Abhängigkeit. Ein Selbsthilfebuch. München: Kösel.

Al-Anon, Alateen

Al-Anon für erwachsene Angehörige und Alateen für Kinder und Jugendliche aus Suchtfamilien sind ein Ableger der Anonymen Alkoholiker. Die AA waren der erste Selbsthilfeverband, der eine eigenständige Selbsthilfe für Angehörige mit einer ausgearbeiteten Methodik angeboten hat. Das 12-Schritte-Programm entspricht zwar meines Erachtens nicht mehr modernen Standards, dennoch ist Al-Anon bis heute der einzige Selbsthilfeverband, der eine Konzeption für Angehörige hat, die diesen Namen verdient.

» www.al-anon.de

Verhaltentherapie des Suchttraumas nach Flassbeck & Barth

Ein verhaltenstherapeutisches Psychotherapieprogramm für erwachsene Kinder aus Suchtfamilien mit Traumafolgestörungen, welches Konzepte für Anamnese, Analyse und Diagnostik beinhaltet. Die Verhaltenstherapie ist ein anerkanntes Psychotherapieverfahren, welches zur Krankenbehandlung zugelassen ist und im Regelfall durch die Krankenkassen beglichen wird.

Flassbeck, J. & Barth, J. (2020). Die langen Schatten der Sucht. Behandlung komplexer Traumafolgen bei erwachsenen Kindern aus Suchtfamilien. Stuttgart: Klett-Cotta.

"ICH statt ER" nach Flassbeck

Ein personzentriertes Rahmenkonzept der Beratung und Psychotherapie von psychisch erkrankten, co-abhängigen Angehörigen. Ziel ist es, die Betroffenen in Selbstfürsorge, -bestimmung und -verwirklichung zu stärken.

Flassbeck, J. (2013). ICH statt ER - Leitlinien der personzentrierten Therapie der Co-Abhängigkeit. Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung, 44 (4), S. 207-214.
Flassbeck, J. (2013). ER statt ICH - Symptome, Ursachen und Entwicklung der Co-Abhängigkeit. Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung, 44 (2), 93-100.

"Hören, was niemand sieht" nach Barnowski-Geiser

Ein musiktherapeutisches Programm für erwachsene Kinder aus Suchtfamilien, welches auf der systematischen Forschung der Musiktherapeutin Dr. Waltraut Barnowski-Geiser basiert. Im Mittelpunkt steht, die Betroffenen mit Hilfe kreativer und achtsamkeitsbasierter Methodik in Selbstwahrnehmung, Selbstvertrauen, Gefühlsausdruck und Handlungskompetenz zu fördern.

Barnowski-Geiser, W. (2009). Hören, was niemand sieht. Kreativ zur Sprache bringen, was Kinder und Erwachsene aus alkoholbelasteten Familien bewegt. Neukirchen-Vluyn: Semnos.