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Aktuelles

Aktuelle Artikel zur Angehörigenthematik der Sucht, z.B. zu neuen Angeboten, politischen Entscheidungen, Buchveröffentlichungen und auch zu Aktivitäten des Autoren.

2021-11 | Selbsthilfetag OWL

Am Samstag den 13.11. geht die Selbsthilfe OWL mit einem gemeinsamen Aktionstag online und zeigt mit zahlreichen Veranstaltungsangeboten was sie drauf hat und was in ihr steckt. Unter dem Motto "Ohne Wir Läuft nix!" können Interessierte einzelne Veranstaltungen wie Vorträge, Workshops und Gesprächsrunden zu unterschiedlichen Themen der Selbsthilfe besuchen. Anmeldungen sind bis zum 07.11. möglich.

Mein Beitrag lautet: "Angehörige im Sog der Sucht" und behandelt Aspekte einer Selbsthilfe von und für Angehörige. Beim Sinnieren, was ich in dem Vortrag inhaltlich herüberbringen will, kam mir die Idee, diese Website mit einem Konzept für angehörigenzentrierte Selbsthilfe anzureichern.

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» Konzept Selbsthilfe

2021-11 | Fortbildung

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Am letzten Wochenende im Oktober habe ich die erste zweitägige Fortbildung in "Angehörigenzenrierter Beratung/Therapie" in Altenkirchen durchgeführt. Diese fand in Kooperation mit dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Rheinland-Pfalz und der Diakonie Altenkirchen statt. Die Fortbildung basierte auf dem Fachbuch "Die langen Schatten der Sucht" (Flassbeck & Barth, 2020). Inhalte waren Anamnese, Analyse, Diagnostik und Behandlung von erwachsenen Kindern aus Suchtfamilien und anderen betroffenen Angehörigen. Die Teilnehmergruppe bestand vor allem aus in Beratung und Prävention tätigen SozialarbeiterInnen mit zum Teil vielen Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Angehörigen.

Es ergab sich ein anregender Spannungsbogen zwischen den konkreten Erfahrungen und Fragen, die die TeilnehmerInnen aus ihrem Berufsalltag und auch Privatleben mitbrachten, anwendungsbezogenen Übungen mit Selbsterfahrungesanteilen und der Vermittlung von methodischen Wissensinhalten, Kompetenzen und Strategien. Das einhellige Resüme der TeilnehmerInnen und mir war, dass wir noch ein bis zwei Tage mehr für die Supervision konkreter Fälle gebraucht hätten. Mein Ziel ist es, eine viertägige, zertifizierte Fortbildung für Präventionskräfte, Suchtberater/-therapeuten und Psychotherapeuten zu etablieren, die Qualitätsstandards in der Arbeit mit Angehörigen setzt.

2021-10 | Youtube-Kanal

NACOA Deutschland hat im Frühjahr einen Youtube-Kanal eingerichtet. Der Zeitzeichen-Redakteur Stephan Kosch und die Reporterin und Autorin Christina Rubarth führen mit Betroffenen und Experten Lunchtime-Interviews durch. Jede Woche gibt es ein neues Gespräch über das Aufwachsen in suchtbelasteten Familien. Beispiele aus den Interviews: "Hilfe bei Verdacht auf Gewalt gegen Kinder - Interview mit der »Medizinischen Kinderschutzhotline«, "»Mit der Axt hinter uns hergerannt« - Interview mit Christina, Tochter eines alkoholkranken Vaters", "Die Mutter hinter der Tür - Interview mit der Sozialarbeiterin und Buchautorin Mira Galle".

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2021-10 | Deutschlandradio | Plus Eins

deutschlandfunk

Utz Dräger vom Deutschlandfunk im Gespräch mit Plus Eins Autorin Sophie Rebmann, die die Geschichte von Emilia erzählt. Titel des Beitrags: Flucht vor alkoholkranken Eltern, "Und dann öffnete sich die Welt für mich".

Aus dem Beitrag (Plus Eins, 22.10.2021): "Emilia wächst mit einem alkoholkranken, gewalttätigen Vater auf. Als auch die Mutter zu trinken beginnt, ist sie auf sich allein gestellt. Emilia will ihr Elternhaus hinter sich lassen, aber kann sich nur schwer lösen. Doch irgendwann gelingt es... Bei Plus Eins erzählt Sophie Rebmann, wie Emilia es schafft, sich in einem langwierigen Prozess endlich vom Schatten der Eltern zu befreien. Es ist eine Geschichte über die Flucht aus den Fesseln der Kindheit und den starken Überlebenswillen einer Frau."

Mein Kommentar: Es wird mit viel Sensibilität und liebevollen Verständnis die "normale", schreckliche Geschichte eines Kindes aus einer Suchtfamilie erzählt, wie sie Millionen Kinder aktuell in Deutschland erfahren. Unbedingt hörenswert, doch nichts für schwache Nerven!

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2021-10 | Lied | Bodo Rulf

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Bodo Rulf ist pensionierter Suchttherapeut und schreibt Lieder und Gedichte zum Themenkomplex Sucht, Schuld und Sehnsucht. Seine Texte sind aufrichtig, schonungslos und doch liebevoll. Ich nutze sein Gedicht "Das elfte Gebot" gerne in der Psychotherapie, wenn es darum geht, das deformierte, selbstunwerte Denken von traumatisierten erwachsenen Kinder aus Suchtfamilien und anderen Angehörigen behutsam in Frage zu stellen. Eine Kostprobe daraus: "Ich glaube daß es wichtig ist, zu mir zu halten und mich anzunehmen, auch und gerade dann, wenn ich mich absolut nicht leiden kann." (Rulf, B. (1992). Das elfte Gebot. Remscheid.) Bodo Rulf hat den ungesehenen Kindern ein Lied gewidmet und freundlicherweise CO-ABHAENGIG.de zum Veröffentlichen zugesendet: "Die im Dunkeln sieht man nicht". - Ganz herzlichen Dank dafür!

» Liedtext

2021-10 | Website

dreckige füße

In letzter Zeit habe ich einige Angehörige von psychisch kranken Bezugspersonen in der Therapie aufgenommen, vorwiegend erwachsene Kinder. Darüber bin ich mal wieder an die Grenze von CO-ABHAENGIG.de erinnert worden, sich ausschließlich auf die Angehörigenproblematik der Sucht zu konzentrieren. Angehörige und vor allem Kinder von psychisch kranken Personen sind ebenfalls belastet und können darüber Schaden nehmen.

Warum fokussiert diese Seite auf das Angehörigenproblem der Sucht? Abhängigkeitserkrankungen sind psychische Störungen. Darüber hinaus hat Suchtkonsum spezifische negative Begleit- und Folgeerscheinungen und soziale Auswirkungen. Sucht verschlimmert und aufrechterhält die zugrunde liegende psychische Störung. Hinzu kommen die suchttypischen Auffälligkeiten der Verantwortungsdelegation, der Uneinsichtigkeit, der Tabuisierung, der Beschämung und Beschuldigung des Umfelds und der rauschbedingten Enthemmung von Übergriffigkeiten. Nach meinen Erfahrungen hat Sucht deshalb besonders zerstörerische Auswirkungen auf das soziale Umfeld. Bei der Einrichtung dieser Website musste ich mich inhaltlich begrenzen, damit die Seite nicht ausufert, doch glücklich bin ich mit der Entscheidung nicht. CO-ABHAENGIG.de behandelt implizit auch die übergeordnete Problematik von Angehörigen psychisch kranker Personen.

2021-09 | Kommunikationsplattform

Die Kommunikationsplattform COA.KOM ist online. Die Plattform wird von NACOA Deutschland betrieben, gefördert durch das Bundesminsterium für Familien, Frauen und Jugend. Auf der Startseite wird erläutert: "COA.KOM ist eine Kommunikationsplattform rund um die Arbeit mit Kindern aus suchtbelasteten Familien, auf der sich Fachkräfte aus ganz Deutschland miteinander vernetzen und ihren Erfahrungsschatz - in einem geschützten Rahmen - teilen können."

Nachtrag 29.11.2021: Die Idee zur bundesweiten Vernetzung finde ich großartig. Zunächst war die Plattform ausschließlich für Fachkräfte gedacht, die mit "Kindern suchtbelasteter Eltern" arbeiten. Das ist von mir und anderen kritisiert worden. Mittlerweile haben die Verantwortlichen reagiert und nachgebessert. Auch die Problematik von erwachsenen Kindern und anderen Angehörigen findet nun Berücksichtigung. Das finde ich gut. In der korrigierten Form wird die Plattform der Angehörigenproblematik ganzheitlich gerecht (» Transmission).

» Website COA.KOM

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